Zum Jahresende

Mitteilung vom


Der Wahlherbst ist vorbei. Die Gesamterneuerungswahlen des Gemeinderats für die Legislaturperiode 2022/2025 standen in politischer Hinsicht im Zentrum des Jahres 2021. Zum ersten Mal seit dem Jahr 2008 gab es bei Wahlen in das Exekutivorgan der Gemeinde mehr Kandidaten als freiwerdende Sitze – die Stimmbürger hatten eine breite Auswahl. Vermutlich resultierte auch daraus eine für kommunale Wahlen hohe Stimmbeteiligung von 48.8 %. Am 26. September wurden schliesslich Doris Haas und Julia Huber bereits im ersten Wahlgang in den Gemeinderat gewählt. Sie ersetzen Reto Blättler und Jürg Rüttimann, die nach 8 bzw. 14 Amtsjahren (davon 8 Jahre als Vizeammann und 4 Jahre als Gemeindeammann) per Ende Jahr aus dem Gremium zurücktreten. Als neuer Gemeindeammann wurde der bisherige Vizeammann Philipp Ackermann gewählt. Den Posten des Vizeammanns übernimmt Dieter Brodbeck. Auch die Kommissionen, Behörden und Ämter konnten ohne grössere Rochaden und Probleme besetzt werden. Es ist, wie Beispiele aus anderen Gemeinden zeigen, keine Selbstverständlichkeit, dass sich für jedes Amt eine motivierte Person zur Verfügung stellte. Ihnen sowie all jenen, die per Jahresende aus ihren Ämtern zurücktreten, gebührt ein grosses Dankeschön für ihren Einsatz zugunsten unserer Gemeinde.

Nicht mehr zu besetzen waren die Sitze in der Schulpflege. Nach dem Volksentscheid der Aargauer Stimmberechtigten im Jahr 2020 stand fest, dass diese Behörde per 31. Dezember 2021 aufgehoben und die Führungsstruktur der Volksschule auf eine neue Grundlage gestellt wird. Die bisherigen Aufgaben der Schulpflege werden zwischen dem Gemeinderat und der Schulleitung aufgeteilt. Die jeweiligen Zuständigkeiten sind klar definiert worden: Die Schulleitung wird vorab für das operative Tagesgeschäft zuständig sein, dem Gemeinderat obliegt die strategische Führung der Volksschule.

Mehrere Grossbaustellen im Dorf prägten das Jahr 2021. Ein Grossteil der Hochwasserschutzmassnahmen konnte dieses Jahr ausgeführt werden – trotz gewissen Verzögerungen aufgrund hoher Niederschlagsmengen im Sommer und zu tiefen Pegelständen im Herbst, welche verhinderten, dass im Bach mit schwerem Gerät gearbeitet werden konnte. Die letzten Arbeiten werden nun nach Ende der Fischschonzeit im nächsten Mai erfolgen. Die baulichen Massnahmen waren Mitte Juli glücklicherweise indes schon weit genug fortgeschritten, so dass der Bach nach den Starkregenfällen im Unterdorf nicht grossflächig über die Ufer trat und keine grossen Schäden anrichtete. Damit die Hochwasserschutzmassnahmen im Dorf ihre volle Wirkung entfalten können, muss die Abflusskapazität auch im Bachabschnitt von der Mattenhofbrücke bis Mündung in die Reuss vergrössert werden. Die entsprechenden Massnahmen haben für Kanton und Gemeinde hohe Priorität und sollen nach Abschluss der laufenden Arbeiten angegangen werden.

Dank dem regenreichen Sommer konnten sich die Grundwasserpegel erholen, die nach den drei vorangegangenen trockenen Sommern merklich gesunken waren. Die Nitratwerte im Grundwasser bewegen sich zwar im grünen Bereich, sie liegen jedoch nahe am Grenzwert. Abhilfe schafft diesbezüglich der neue Netzverbund mit Affoltern am Albis. Mit dem im Herbst nach kurzer Bauzeit erfolgten Anschluss der Wasserversorgung Jonen an die Wasserversorgung unserer Nachbargemeinde kann die Abhängigkeit vom Grundwasserpumpwerk Grien reduziert und die langfristige Versorgungssicherheit mit Trinkwasser sichergestellt werden. Der Netzverbund bedeutet für die Wasserversorgung Jonen einen Meilenstein. Das Quellwasser aus der Fassung Himmelrich muss nitratbedingt jedoch weiterhin verworfen werden. Die Suche nach dem Ursprung des Nitrats blieb erfolglos.

Weiter beschäftigt hat den Gemeinderat im vergangenen Jahr auch die Gesamtrevision der Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland. Während der öffentlichen Auflage sind zahlreiche Einwendungen eingegangen. In der Folge haben Gemeinderat und Planungskommission die Entwürfe in verschiedenen Punkten überarbeitet. Diese Anpassungen sind nun mit übergeordneten Vorgaben in Übereinstimmung zu bringen, welche unserer Gemeinde daraus erwachsen, dass sie im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) enthalten ist. Eines der wichtigsten Ziele der kommenden Legislatur wird sein, die Gesamtrevision der Nutzungsplanung abschliessend zu bereinigen, um sie zeitnah der Gemeindeversammlung zur Beschlussfassung vorlegen zu können.

Die Gestaltung des Dorfzentrums nimmt derweil sichtbare Formen an. Die neuen Bauten auf dem Areal des ehemaligen Gasthofs Kreuz ragen aus dem Boden und lassen erahnen, wie sich der Ortskern künftig präsentieren wird. Dank einer Vereinbarung mit der privaten Eigentümerschaft kann vor dem Kreuz ein öffentlich zugänglicher Dorfplatz realisiert werden. Im Herbst 2022 wird der Platz, der mit einem neuen Dorfbrunnen und Sitzgelegenheiten ausgestattet wird, eingeweiht werden. Ergänzend zum Dorfplatz plant der Gemeinderat in diesem Bereich der Dorfstrasse eine Begegnungszone, die das Zentrum weiter aufwerten und die Verkehrssicherheit erhöhen soll. Auch bei der Bushaltestelle Taverne wird es beidseitig bauliche Anpassungen geben, weil diese nach dem Behindertengleichstellungsgesetz rollstuhlgängig umzubauen sind. Das Thema Verkehr wird den Gemeinderat in der anstehenden Amtsperiode auch insofern beschäftigen, da aus verschiedenen Quartieren Anträge mit zahlreichen Unterschriften zur Einführung von Tempo-30-Zonen eingegangen sind. Der Rat wird dazu nächstes Jahr eine Auslegeordnung vornehmen.

In der Gemeindeverwaltung wurde die Digitalisierung weiter vorangetrieben. Nach zeitintensiven Implementierungsphasen werden ab neuem Jahr eine elektronische Geschäftsverwaltung, eine neue Gemeindefachlösung sowie ein vollelektronisches Raumreservationssystem für die Homepage der Gemeinde in Betrieb genommen.  

Auch der Berufsnachwuchs wird gefördert: Seit August wird deshalb neben den bestehenden zwei kaufmännischen Ausbildungsplätzen in der Verwaltung erstmals auch bei den Haus- und Werkdiensten ein Lehrling zum Fachmann Betriebsunterhalt ausgebildet.

Weil sich die Finanzlage der Gemeinde nach wie vor positiv entwickelt und die Verschuldung aus den massiven Investitionen der 10er-Jahre weitgehend abgebaut wurde, konnte der Steuerfuss erstmals seit 15 Jahren gesenkt werden auf neu 87 %. Auch bei den Wasser- und Abwassergebühren werden die Haushalte künftig unter dem Strich entlastet. Sowohl die Entwicklung der Ausgaben als auch der Einnahmen werden laufend analysiert, um – wo nötig – frühzeitig Korrekturen vornehmen zu können. Eine stete, verlässliche Finanzpolitik bleibt auch in der Legislatur 2022/2025 ein vordringliches Anliegen des Gemeinderats.

Ein Rückblick kommt leider auch in diesem Jahr nicht ohne die Erwähnung der Coronapandemie aus: Bedauerlicherweise mussten viele Anlässe der Gemeinde und Veranstaltungen der Dorfvereine aufgrund der Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie abgesagt werden. Die Geselligkeit und der Austausch zwischen Bevölkerung und Behörden sind dadurch zu kurz gekommen. Der Gemeinderat hofft, die Lage an der Pandemiefront möge sich im 2022 nachhaltig beruhigen, damit wieder mehr persönliche Begegnungen möglich sind.

An Herausforderungen wird es also auch im kommenden Jahr nicht mangeln. Wir freuen uns, im nächsten Jahr mit neuen Kräften weitere spannende Aufgaben anzupacken. Anregungen und Verbesserungsvorschläge nehmen Gemeinderat und Verwaltung gerne entgegen. Herzlichen Dank für Ihr Vertrauen in die Gemeinde und die gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr. Wir wünschen allen unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern eine besinnliche und erholsame Weihnachtszeit mit ruhigen, schönen Momenten und alles Gute im 2022.

Gemeinderat Jonen